Typographie

Die schwarze Kunst

Für die Gestaltung ganzer Font-Sätze und kompletten Schriften fehlt mir einfach die Geduld. Auf der anderen Seite liebe ich gestalterische Reduktion und Abstraktion. Dafür sind Buchstaben bestens geeignet. Ein Thema unendlicher Kreativität, ein Thema mit jahrtausendealter Tradition, voll von großartigen Meistern dieses Faches, vor denen ich mich demütig verneige und die ein sprudelnder Born der Inspiration sind.

Bei mir gesellt sich zur Lust am lesen und den Buchstaben noch die Lust zum Bildhaften. Ich zeichne und male seit ich einen Stift richtig herum halten kann und bin tief in semiotische Welten eingetaucht. Ob abendländisch, Zen buddhistisch oder afrikanisch. Unverfroren und ohne Hemmung fremde Kulturen zu missbrauchen. So werden aus kleinen schwarzen Strichen, Ober- und Unterlängen usw. schnell Kreaturen, Symbole und visuelle Manifeste.

Deshalb lässt sich mit einem hintersinnigen Logo soviel sagen.

Von leckeren Ligaturen

Buchstaben und Typographie

Zwei Buchstaben. Sie meinen nicht den Zauberer. Sie stammen vom Wort „Leo’s“. Der Name eines Restaurants.
Was hier passiert, wird als Ligatur bezeichnet. Die typographische Verbindung von zwei oder mehreren Buchstaben. Es entsteht eine neue Glyphe (Schriftzeichen).
Wie passend beim Thema Kochen und Restaurant. Auch in der Küche verschmelzen verschiedene Ingredienzien zu einem leckeren & kulinarischen Neuen.
Das „s“ wird zum Dolci am Ende des Essens. Es sitzt wie ein Sahnehäubchen auf dem „o“. Die Bearbeitung der Glyphen, sprich, die Abrundung der Ecken verstärkt den weichen, visuellen Genuss.

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Von markanter Berechnung

Typographie Bildzeichen

Ein „i“, ein „t“, ein „i“. Drei Buchstaben verschmelzen zu einem abstrakten Bildzeichen. Der Name, von dessen Anfang sie stammen: „Identify Ticketing“.
Es ist die Bild gewordene digitale Transformation des Geschäftsmodells der Firma, der gezoomte Ausschnitt einer Halbleiterplatte, ein streng-strukturierter Weg, der nur rechte Winkel ohne Fehler kennt, ein An und Aus, ein Plus und Minus, um Daten zu sammeln und zu Ertrag bringenden Informationen zu verarbeiten. Buchstaben werden zu einem Bildzeichen. Die gleichmäßigen Hell-Dunkel-Kontraste erzeugen eine hohe visuelle Attraktivität, ein Flimmern, dem sich das Auge nur schwer entziehen kann, weil unser Verstand stets erkennen und benennen will. Identify!

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Von einem „E“ und anderen Deckenplatten

Typographie E

Einen derartig geöffneten Buchstaben „E“ kannte ich 2013 noch nicht. Bei der Arbeit am Logos für die Firma Geipel, den international renommierten Hersteller von Deckensystemen, kam ich auf die Idee.

Es handelt sich hier nicht um einen gestalterischen Witz, sondern um eine Sinn gebende Modifikation. Das losgelöste und über dem Rest schwebende Rechteck symbolisiert das Produkt der Firma schlechthin. Nämlich Deckenplatten in jeder gewünschten Art und Weise, in jedem Design und Material.

Deswegen wurde der Buchstabe auch zum Bildzeichen des Corporate Designs. Und, er wiederholt sich harmonisch zweimal im Namen. An zweiter und vorletzter Stelle der sechs Buchstaben. Hight cieling.

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Von Wirbeln und starken Glyphen

Typographie

Ich habe Rückenschmerzen vom konzentrierten Arbeiten am Monitor. Ein Orthopäde, genau sein Thema, erklärte mir was mit meinen Knochen und Wirbeln passiert war und kam auf seine Geschäftsidee, eine Art orthopädisches Consulting für Firmen und Mitarbeiter-Rückengesundheit.

Die Glyphen die ich dafür gestaltete sind für mich Wirbel. Massiv, organisch abgerundet und standfest. Sie brauchen sich nicht aneinander zu schmiegen und zu stützen. Jeder steht für sich allein, stark und souverän. Ihre Anmutung ist individuell und unverwechselbar.

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Vom kleinen „a“ und Keimlingen

Der Buchstabe a

Eine Agrargenossenschaft wünschte sich ein modernes Logo. Keine Tiere, keine Ähren und nichts von dem, was so üblich ist.

Ich war so begeistert vom Briefing. Und zwar so sehr, dass ich gar nicht über den ersten Buchstaben des Namens hinaus kam.

Das kleine „a“, als Keimling, Sinnbild für den ewigen und sich ständig wiederholenden Beginn allen Wachstums. Menschen die mit Erde arbeiten, Landwirte, Bauern, Gärtner kennen die Bewunderung dafür. Auch mein Kunde.

Dann dauerte es, bis er sich meldete. Es mussten doch noch konventionellere Vorschläge her. Aber das kleine „a“ war inzwischen gekeimt und gewachsen. In den Augen meiner Kunden und ihrem ästhetischen Empfinden. Und am Ende blieb es dabei. Wie toll für das kleine Pflänzchen.

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Fortsetzung folgt.