Heraldik
Heraldik ist älter als jedes Corporate Design – und in vielem präziser. Ein Wappen folgt Regeln, die seit Jahrhunderten gelten: Blasonierung statt Styleguide, Tingierung statt Farbklima. Wer ein Wappen gestaltet oder überarbeitet, arbeitet nicht mit Moden, sondern mit einem System, das auf Erkennbarkeit über Distanz und Zeit ausgelegt ist. Genau das macht es für Gestaltung heute interessant.
Diese Kategorie behandelt Wappenkunde aus der Perspektive des Gestalters: Wie liest man eine Blasonierung? Was unterscheidet ein historisch korrektes Wappen von einem Logo mit Schild? Wann trägt ein Verein, eine Gemeinde oder ein Familienbetrieb ein Wappen zu Recht – und wie überführt man es in digitale Medien, ohne dass die heraldische Substanz verloren geht? Kein Ritterromantik-Kitsch, sondern Handwerk mit klaren Regeln.
Relevant ist das für Kommunen, Vereine und Unternehmen mit Geschichte – auch und gerade in Thüringen, wo viele Orte und Familien Wappen führen, die eine sorgfältige Neuzeichnung verdienen statt einer verpixelten Kopie aus dem Archiv.
-
Heraldik: Warum jedes gute Logo ein Wappen ist
Wer heute ein Logo beauftragt, bekommt Begriffe serviert: Skalierbarkeit, Wiedererkennbarkeit, Kontrast, Reduktion, Markenschutz. Das klingt nach digitaler Moderne. Tatsächlich ist jeder einzelne …
-
Abstraktion und Einfühlung: Was ein Buch von 1907 über Logos weiß
Es gibt Bücher, die man liest, und Bücher, die einen umbauen. Wilhelm Worringers „Abstraktion und Einfühlung" gehört für mich zur zweiten Sorte — eine Berner Dissertation von 1907, 1908 bei Piper als …