Typografie, Logodesign

Typografie - Individuelle Versalien

Serifen-Versalien in Creme auf Blau: Oberhausen, Demian, Individuelle Versalien
Klassische Antiqua. Gestaltet nach einer Referenz aus dem Jahr 1543.

Für ein Premium-Anbieter im Hamburger Speckgürtel entstanden individuelle Versalien auf Basis einer klassischen Antiqua. Kein fertiger Font, keine Lizenz von der Stange — gezeichnete Großbuchstaben für genau ein Logo.

Warum nur Versalien?

Wortmarken laufen in Versalien, in Gemischtem, in reinen Kleinbuchstaben — dafür gibt es keine Regel, sondern eine Entscheidung, die für jedes Projekt neu getroffen werden muss. Bei diesem typografischen Logo sucht sie den Bezug zur Erhabenheit einer klassischen Antiqua, deren Formen auf die römische Capitalis zurückgehen — Buchstaben, die auf der Trajanssäule in Stein standen, als es Kleinbuchstaben noch gar nicht gab. Und wer ein typografisches Logo aus ihnen baut, braucht keine 400 Glyphen — er braucht eine Handvoll Großbuchstaben, die perfekt sind: im Rhythmus, im Strichkontrast, in den Zurichtungen und im Kontext, den sie zitieren. Sie offenbaren für dieses Projekt ihre ästhetische und Sinn stiftende Wahlverwandtschaft.

Ein Vorbild von 1543

Die Referenz für diese Arbeit ist fast fünfhundert Jahre alt: die historisierten Initialen aus Andreas Vesalius' „De humani corporis fabrica", dem Jahrhundertwerk der Anatomie. Buchstaben, in denen gearbeitet wird — Form und Funktion in einer Letter. Von dieser Haltung nehmen die neuen Versalien ihr Maß: eine klassische Antiqua mit ausgeprägten Serifen und klarem Strichkontrast, seriös ohne Staub, präzise ohne Kälte.

Besitz statt Lizenz

Jede gekaufte Schrift kann morgen der Wettbewerber lizenzieren. Individuelle Versalien kann er nicht kaufen — sie gehören der Marke, so exklusiv wie ihr Name. Das ist der Unterschied zwischen einer Schrift benutzen und eine Schrift besitzen, und im Premium-Segment ist er das eigentliche Argument.

Das neue Logo selbst zeige ich hier, sobald sie eingeführt ist.